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Artikel über Baden
Dies ist nicht nur das südlichste deutsche Anbaugebiet, sondern auch – was Vielfalt und Ausdehnung anbetrifft – das größte. Etwa 400 km beträgt die Entfernung zwischen Wertheim am Main in Tauberfranken und Meersburg am Bodensee. Die fast 16.000 ha Rebland verteilen sich auf 8 Bereiche, 16 Großlagen und 314 Einzellagen.
Bodenverhältnisse und Klima sind denn auch sehr unterschiedlich. Während das milde Klima am Kaiserstuhl die längste Sonnenscheindauer in Deutschland verzeichnet, sind an Tauber und Main kühle kontinentale Wetterverhältnisse anzutreffen. Trotzdem gehören alle Bereiche zur Weinbauzone B der EU-Weinmarktordnung. Das erfordert generell höhere Mostgewichte für die einzelnen Qualitätsstufen der Weine. Die großen Unterschiede in den 8 Bereichen erfordern eine individuelle Beschreibung; sie erfolgt in geografischer Reihenfolge von Nord nach Süd.
Tauberfranken:
An den südlichen Hängen von Tauber und Main bringt besonders der widerstandsfähige Müller-Thurgau markante Weine mit erdig-blumigen Charakter hervor. Daneben sind es bei den weißen Kerner und Silvaner, bei den roten der Schwarzriesling aus der württembergischen Nachbarschaft, die knapp 750 ha belegen.
Badische Bergstraße / Kraichgau:
Südlich von Heidelberg bis hinter Karlsruhe, vom Odenwald bis zum nordwestlichen Schwarzwald wachsen auf mehr als 2000 ha Verwitterungsböden mit Muschelkalk- und Lößauflagen hervorragende Burgunder weiß und rot, aber auch Riesling, Müller-Thurgau und neue Rebsorten sowie mehr als 60 ha Auxerrois.
Ortenau:
Weiter südlich an den Schwarzwaldausläufern nehmen die Steillagen zu. Der Rebsortenspiegel wird jetzt von Spätburgunder und Riesling dominiert (diesen nennt man bei Durbach auch Klingelberger). Daneben gedeihen auch Grauburgunder und Müller-Thurgau sehr gut.
Kaiserstuhl:
Mit weit über 4000 ha der größte Bereich in Baden. Auf den Terrassen der Vulkanfelsen wachsen bis in 500 m Höhe besonders ausgeprägte Spätburgunder und Grauburgunder, auch als Ruländer ausgebaut. Im Schutz der westlichen Vogesen werden hier die sonnigsten und wärmsten Sommermonate Deutschlands registriert.
Breisgau:
Von Freiburg bis zum nördlich gelegenen Offenburg reicht dieser Bereich mit ebenfalls guten Klimawerten, jedoch einer Bodenstruktur die durch Buntsandstein , Mergel, Muschelkalk und Löß geprägt ist. Nach dem Müller-Thurgau sind Grauburgunder und Spätburgunder die Favoriten. Aber auch Weißherbst von Portugieser und Spätburgunder sind sehr beliebt.
Tuniberg:
Südlicher Nachbar des Kaiserstuhls, aber viel flacher als dieser und ohne vulkanischen Untergrund. Hier bringen die rund 1.000 ha. Rebland viele gute Spätburgunder, aber auch Weißherbst und einen hohen Anteil Müller-Thurgau hervor. Auch der Gutedel zeigt sich gelegentlich, und gute Traminer.
Markgräferland:
Fast die Hälfte der Anbaufläche von etwa 3.000 ha ist mit Gutedel bestockt, der hier auf den kräftigen und feuchteren Löß- und Lehmböden (es regnet hier fast doppelt so viel wie im Elsaß) besonders gut gedeiht. Weitere Hauptrebsorten sind Spätburgunder und Müller-Thurgau.
Bodensee:
Das südlichste deutsche und das kleinste badische Anbaugebiet mit knapp 500 ha wird vom Müller-Thurgau beherrscht, der hier leichte, aber auch sehr elegante Weine hervorbringt. Danach folgt der Spätburgunder, der häufig als Weißherbst ausgebaut und immer beliebter wird. Neben den üblichen Neuzüchtungen findet man auch ein wenig Gutedel am Bodensee.
Baden ist „Burgunderland“, denn das Trio Spätburgunder, Grauburgunder und Weißburgunder liegt im Anbaugebiet weit vor dem Müller-Thurgau. Baden ist aber auch „Genossenschaftsland“ mit rund 120 Winzergenossenschaften, von denen die größte, der Badische Winzerkeller in Breisach, allein schon von ca. 8.000 Winzern beliefert wird und mit 150 Millionen Liter Lagerkapazität zu den größten Winzergenossenschaften der Welt gehört.
Eine weitere Besonderheit ist „Badisch Rotgold“ der einzige deutsche Qualitätswein, der aus zwei verschiedenen Rebsorten besteht, nämlich 51% Grauburgunder 49% Spätburgunder, die zusammen gekeltert werden.
Weinanbaugebiete in Deutschland

