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Artikel über Grad Öchsle

Grad Öchsle gilt als Maßeinheit für das Mostgewicht von Wein. Das Mostgewicht ist ein Maß für den Anteil gelöster Stoffe im Traubenmost (Traubensaft) und somit ein wichtiges Qualitätskriterium von Wein. Es basiert auf der Dichte des Mostes.


Den Betrag des Mostgewichts in °Öchsle erhält man aus der bei 20 °C gemessenen Dichte des Mostes durch die Formel . Benannt ist die Öchsle-Skala nach ihrem Erfinder, dem Pforzheimer Mechaniker Ferdinand Öchsle.


Beispiel: Ein Most mit der Dichte 1083 g/l hat also 83 °Öchsle.


Gemessen wird das Mostgewicht mittels einer so genannten Mostwaage, einem geeichten Aräometer. Alternativ lässt sich mit dem Refraktometer auch optisch die Zuckerkonzentration des Mosts messen.
Im Allgemeinen liegt das Mostgewicht eines mittleren Jahrgangs in Deutschland zwischen 70 und 80 °Öchsle. Eine Qualitätsaussage über den fertigen Wein ergibt sich nur bedingt aus dem Öchslewert: Ein höherer Zuckergehalt im Most lässt auf eine bessere Reife der Trauben schließen, entscheidend ist aber, was der Winzer oder Kellermeister daraus macht.


Über das Mostgewicht lässt sich der potentielle Alkoholgehalt des Weines bestimmen (wenn der Wein durchgegoren ist, das heißt der gesamte Zucker im Wein in Alkohol umgewandelt wurde). Ein Most mit 80 °Öchsle ergibt vollständig vergoren einen Wein mit 84 Gramm reinem Alkohol pro Liter, was einem Alkoholgehalt von 10,6 Vol % entspricht. Trockenbeerenauslesen können über 300 °Öchsle erreichen.


Grad Öchsle sind vor allem in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg gebräuchlich. In Österreich die Zuckergrade der KMW, der Klosterneuburger Mostwaage.


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