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Artikel über Weingläser
Ein Weinglas ist ein Trinkgefäß aus Glas für Wein. Es soll dem Weinkonsumenten ermöglichen, Wein zu beurteilen und zu genießen.
Damit man Farbe und Reinheit des Weins beurteilen kann, sollte der Kelch aus dünnem Glas sein.
Glasformen und ihre Funktionen
Die Zunge ist auf ihrer Oberfläche in Regionen des Geschmacksempfindens eingeteilt: Vorn an der Zungenspitze wird Süße erschmeckt, seitlich vorn Säure, und seitlich weiter hinten Bitterstoffe. Das perfekte Weinglas leitet den Wein auf die je nach Rebsorte optimale Zone der Zunge, wo der erste Geschmackseindruck stattfindet. Dieser erste Geschmackseindruck ist vorherrschend und kann auch durch Bewegen des Weines in der Mundhöhle nicht verändert werden. Insofern ist die Glasform essentiell für den Weingenuss. Diese Zusammenhänge von Glasform und Geschmackswahrnehmung erkannte der österreichische Glasdesigner Prof. Claus Josef Riedel (1925-2004) als erster und setzte sie um in eine revolutionäre Glasserie „Sommeliers“. Diese Serie wurde die Urmutter aller „weingerechten“ Gläser, wird mittlerweile weltweit anerkannt und vielfach imitiert.
Bei Sekt- und Champagnergläsern wird in der Produktion innen ein kleiner Fehler, ein Störpunkt bewusst erzeugt: Ein angegossener Punkt oder eine angeschliffene Stelle abseits der Mittelachse. An dieser Stelle setzen sich die Kohlensäure-Bläschen ab und zeigen die aufsteigende Schnur der Perlage des Schaumweines.
Benutzung der Weingläser
Weingläser sollten höchstens halb gefüllt werden, auch in der Gastronomie: Anstatt ein gut gefülltes Glas zu erwarten. Das Bouquet kann sich nur in einem Glas, in dem genug Luftraum über dem Weinpegel ist, gut ausbreiten, und eine Beurteilung des Inhalts wird leichter möglich.
Das Glas wird geschwenkt, also mit leicht kreisenden Bewegungen der vertikalen Achse in Bewegung versetzt, um den Wein die obere freie Glasfläche innen im Kelch benetzen zu lassen. An dieser ablüftenden Glasfläche kann dann die Nase genommen werden, der Geruchseindruck vom Wein. Ein zu volles Glas hat zu wenig freie Glasfläche, der Wein hat zu geringen Luftaustausch im Glas, worunter der Naseneindruck leidet.
Auch dem Glasrand wird ein gewisser Einfluss auf das Geschmackserlebnis zugemessen: Er soll dünn und perfekt geschliffen sein, aber auch nicht zu dick gerundet (Rollrand). Der Rand soll dem Wein bei der Aufnahme in den Mund das schnelle, leichte, gleichmäßige Benetzen der Zungenoberfläche ermöglichen. Dieses soll möglichst mit einem kleinen Schluck dosierbar sein, damit man von dem Wein lange Genuss hat.
Temperatur der Weingläser
Weingläser sollten grob die Temperatur haben, die auch für den Wein richtig erscheint: Etwa 8 bis 10 Grad für Weißwein, und 15 bis 17 Grad für Rotwein. Die Glas-Wandungen dürfen zumindest nicht dermaßen dick sein, dass die zu tiefen oder zu hohen Temperaturen des Weinglases sich auf den Wein übertragen. Weder sollte ein Weinglas aus der prallen Sonne entnommen werden, noch sollte es aus der Kühlung genommen werden. In erstem Fall wird der Wein zu warm werden; im letzterem Fall beschlägt das Glas, sodass die Beurteilung des Weines durch das Auge darunter leiden kann.

